Das Thema Vergebung taucht eigentlich immer auf, wenn man anfängt sich mit Persönlichkeitsentwicklung, Selbstliebe oder Spiritualität zu beschäftigen. Auch in der Psychotherapie taucht das auf. Gestern habe ich mal wieder festgestellt, dass es einen großen Unterschied gibt zwischen etwas intellektuell zu verstehen oder etwas wirklich zu begreifen. Es war mir schon klar, dass es sinnvoll ist mir selbst und anderen zu vergeben. Denn solange ich das nicht getan habe, trage ich den Groll mit mir herum. Gestern hat es aber klick gemacht und ich habe gesehen, dass ich weder mich selbst noch andere wirklich lieben oder meine Liebe zeigen kann, wenn ich nicht vergeben habe. Das ging wirklich tief und ich musste erstmal weinen, weil sich so viel gelöst hat. Denn diese Gefühle, die es verhindern, dass ich komplett vergebe, die stehen dazwischen. Die lassen nicht zu, dass meine Liebe wirklich ankommt. Beziehungsweise meine Liebe kommt nur deformiert an. Verfärbt. Verwässert. Das ist das eine. Das andere, was mir klar wurde war, dass es nichts zu vergeben gibt. Wann immer ich selbst oder ein anderer etwas tat, das nicht "gut" war, dann war das, weil ich (oder die andere Person) es in diesem Moment nicht bessser wusste. Ich war verwirrt, hilflos, wusste nicht mehr ein und aus. Und in meinem Kopf war Gedankenchaos. Meine innere Weisheit hatte gar keine Chance durchzukommen. Wie hätte ich also weiser reagieren sollen? Ich konnte nicht, und deswegen gibt es auch nichts zu vergeben, denn ich habe unschuldig unwissen gehandelt.

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