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Wer kennt das nicht? Das Gefühl, dass man was falsch macht/gemacht hat. Mich begleitet das schon so lange, dass ich gar nicht sagen kann, wann es angefangen hat. Als Kind hatte ich es nicht, das weiß ich. Irgendwann hat es sich eingeschlichen. Das ging sogar so weit, dass ich Angst davor hatte Medikamente zu nehmen oder auch nicht zu nehmen. Jenachdem. Das war vermutlich vom Mond und den Sternen abhängig ;-) Und ich hatte jahrelang Angst, dass ich meine Wirbel kaputt gemacht habe, weil ich mal bei einer Atlasbehandlung war. Das hatte kurzfristig auch was gebracht, da es aber die Ursache nicht beseitigt hat (nicht immer ist der Atlas schuld) kamen die Probleme wieder. Und fast schlimmer als zuvor (die Ursache war Stress und der hatte sich nicht gebessert). Aktuell habe ich immer wieder Angst, dass ich mit meinem Erziehungsstil was falsch mache. Oder dass ich das mit der Selbstständigkeit lieber hätte lassen sollen. Oder oder oder.

Der Punkt ist: Es gibt kein richtig oder falsch. Das wird uns nur immer und immer und immer wieder erzählt. Das fängt ja schon ganz früh an, dass man Kindern sagt, sie sollen doch bitte richtig essen. Hm - das Essen ist im Bauch - ist das falslch? Und dass sie das Spiel falsch spielen - ja, nicht wie es in der Anleitung steht, aber Spaß haben wir alle und darum geht es doch beim spielen? Was in unserer Gesellschaft richtig ist, ist in einer anderen falsch. Wir dürfen Schwein essen. Chinesen essen Hunde und Katzen. Egal was wir tun, wir tun es, weil wir es in genau diesem Moment nicht besser wissen. Und mal ehrlich - hat schon irgendjemand eine Anleitung gefunden für dieses Spiel genannt "Leben"? Ich nicht. Das heißt, dass wir alles blind ausprobieren. Manchmal funktioniert was, manchmal nicht. Manchmal funktioniert das was gestern noch funktioniert hat nicht mehr. Manchmal wissen wir hinterher, dass es anders leichter gewesen wäre. Oder dass es eine sehr dumme Idee war. Ja - so ist es. Und wie heißt es? "Schlechte Ideen geben die beste Erinnerung". Na dann - viel Spaß :-)

Mit Sprache zu spielen macht mir moment wirklich Spaß. Heute hatte ich ein Aha-Erlebnis bei der Arbeit. Ich war frustriert wegen einer Software, mit der ich arbeite und sagte: "Diese Software ärgert mich". In dem Moment als ich es aussprach wurde mir klar, dass das nicht wahr war.

1. Ich war gar nicht wirklich verärgert. Im Grunde sagte ich das nur, weil das die Art der Kommunikation ist, die bei uns normal ist, wenn etwas nicht so funktioniert wie wir es wollen.

2. Keine Software der Welt kann mich ärgern. Ich kann nur Gedanken haben, die Ärger auslösen. Aber es ist meine Entscheidung, ob ich an diesen Gedanken kleben bleibe oder ob ich sie weiterziehen lasse.

Also - ich korrigierte mich selbst und sagte: "Naja - eigentlich ärgert sie mich nicht. Sie macht einfach nicht das, was ich will." Wow - der Unterschied war sofort spürbar für mich. Ich war sehr erleichtert und spürte die andere Engergie. Und dadurch konnte ich einfach konzentriert weiterarbeiten, erkannte das Problem und löste es. Wäre ich im "verärgert"-Modus geblieben, hätte es vermutlich viel länger gedauert. Ich hätte vor mich hingebruddelt. Vielleicht sogar Kollegen gezeigt, was das Tool wieder für einen Blödsinn macht. Und damit die ganze Situation nicht einen Schritt vorangebracht...

Heute ein etwas ernsteres Thema. Ich hatte das Glück an einem Meditations-Wochenend-Retreat teilzunehmen. Es war einfach fantastisch! Während einer der Meditationen hatte ich eine riesengroße Einsicht. Auf Grund dessen, wie wir mit unserer Sprache solche Ereignisse umschreiben, fühlte ich mich immer noch etwas schuldig wegen meiner ersten Schwangerschaft. Warum? Weil wir "Ich habe das Baby verloren" sagen. Auf eine bestimmte Art impliziert dieser Satz, dass es meine Schuld ist. Weil ich nicht genug aufgepasst habe. So wie man den Autoschlüssel verliert, weil man ihn nicht ordentlich in der Tasche verstaut hat. Oder du deinen Schirm verschusselst. Aber das ist so überhaupt gar nicht wahr! Warumauchimmer sollte es zu diesem Zeitpunkt nicht sein. Solche Dinge passieren eben einfach. Es ist so traurig, wenn man ein Baby verliert - egal welche Woche. Und dass dann die Sprache das ganze irgendwie noch schlimmer macht, hilft überhaupt nicht. Für mich war es wirklich eine Erleichterung zu erkennen, dass das nur Worte sind. Und sie nichts zu bedeuten haben. Denn auf eine ganz subtile Art fühlte ich die Bedeutung der Worte, wenn ich über die Fehlgeburt sprach (dieses Wort finde ich auch nicht wirklich besser). Also - das wollte ich teilen. Nur für den Fall, dass jemand genauso empfindet...

Hast du auch jemanden im Bekanntenkreis, der schon x-mal den Job oder den Partner gewechselt hat und sich früher oder später immer wieder über das gleiche beschwert? Bestimmt. Die meisten kennen so jemanden. Was passiert da? Es ist ganz einfach: Klar ein neuer Job/Partner ist erstmal aufregend und fühlt sich gut an. Wir denken: "Jetzt wird alles anders". Aber irgendwann fangen unsere alten Muster wieder an durchzubrechen. Und die alten Probleme sind wieder da. So ein Wechsel im Außen kann ein guter Anlass sein etwas zu ändern, es funktioneirt aber nur, wenn ich vorher in mir etwas geändert habe. Wenn ich mein Muster erkannt habe. Und dafür muss ich neue Gedanken zulassen. Wenn ich aber den ganzen Tag in meinen Routinen gefangen bin, immer das gleiche tue, die gleichen Menschen um mich habe und keinen Raum lasse für wasauchimmer, dann kann sich nichts neues in meinem Leben einfinden. Irgendwo muss ich meine Routine bewusst unterbrechen und die Aufmerksamkeit abziehen von der äußeren Ablenkung. Und nichts tun. Ganz gezielt einfach nichts tun (manche nennen das auch meditieren) und so dem Leben die Möglichkeit einräumen, mir Ideen zu schicken. Etwas neues, außergewöhnliches. Aber Routine ist bequem. Änderung ist erstmal unangenehm. Frage dich selbst - wie ernsthaft möchte ich etwas in meinem Leben verändern? Bist du bereit?

Schreibe mir, was du bereit bist zu tun, um dein Leben zu verbessern.

 

PS: Titel von Xavier Naidoo

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