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Heute bin ich zum zweiten Mal durch Unteröwisheim gelaufen und habe Flyer verteilt. Zusammen mit gestern macht es 6 Stunden und ca. 700 verteilte Flyer. Ungefähr nochmal so viel wartet noch auf mich. Irgendwann taten mir die Füße einfach nur noch weh. Da habe ich mich gefragt - warum tust du dir das eigentlich an? Na klar - ich hoffe natürlich, dass der oder die eine oder andere sich durch den Flyer entscheidet einen Kurs zu machen. Aber es ist mehr als nur das. Mein Leben hat sich in den letzten Jahren so sehr zum Guten verändert. Und einen sehr großen Anteil daran hat die Meditation. Durch meine Ausbildung zum Meditationslehrer habe ich jetzt die Möglichkeit, dass andere das auch erfahren können. Dass ich das teilen kann. Es gibt so viel mehr im Leben als die meisten denken. Das treibt mich an. Weiterzugeben was ich erfahren, erlebt und gelernt habe.

Gestern früh konnte ich eindrucksvoll beobachten wie sich in sekundenschnelle meine Gefühle mit meinen Gedanken verändert haben. Unsere Tochter hatte nachts leicht Fieber und so ein bisschen habe ich mir Sorgen gemacht. Bzw. während meiner Morgenmeditation kamen immer wieder sorgenvolle Gedanken. Und wenn ich diesen Gedanken folgte, fühlte ich mich ganz schlecht. Dann war ich wieder im Moment, alles neutral und dann kamen plötzlich Gedanken zu einer Fernsehserie, die wir den Abend zuvor geschaut hatten. Auf einmal war ich ganz fröhlich. Wieder im Moment. Wieder Gedanken über die kränkelnde Tocher. Schlechte Gefühle. Das ging fast die ganze Meditation so. Ich fand es sehr spannend :-) Es hat mir deutlich gemacht, wie Gefühle den Gedanken folgen.

Und was ich auch gemerkt habe, es waren "penetranten" Gedanken dabei. Also solche, bei denen es mir sehr schwer viel nicht zu folgen, im Moment zu bleiben oder zurückzukommen. Das waren auch die, bei denen ich mich am schlechtesten gefühlt habe. Wenn wir solche "besonderen" Gedanken habe, Gedanken, die immer wieder kommen und/oder immer wieder schlechte Gefühle erzeugen, dann ist das ein Hinweis, dass da mehr dahinter steckt. Für mich heißt das - bei der nächsten Supervision oder beim nächsten Co-Coaching mal schauen, was da gelöst werden möchte.

Vor zwei einhalb Wochen hat die ganze Familie ein heftige Erkältung erwischt. Oder sogar ein milde Form der Grippe. Da wir noch halbwegs funktionsfähig waren haben wir es uns gespart zum Arzt zu gehen und uns dort im Zweifel noch mehr Viren einzusammeln. Wir waren fast zwei Wochen krank. Die erste Woche war richtig heftig. Ich wollte den ganzen Tag nur schlafen. Zum Glück ist unsere Tochter sehr robust und war nach zwei Tagen wieder so fit, dass sie zur Tagesmutter konnte. (Die Tagesmutter hat sich zum Glück nicht angesteckt obwohl _alle_ Tageskinder krank waren.) In dieser ersten Krankheitswoche habe ich etwas interessantes beobachtet: Ich hatte so wenig Energie dass ich nicht in der Lage war gegen irgendetwas was geschehen ist Widerstand zu leisten. Die Energie wurde schlicht für anderes benötigt. Und obwohl es mir nicht gut ging lief alles völlig entspannt. Alles war "im flow". Und die Kleine war nicht wirklich gut drauf - sie war ja auch noch krank. Aber ich konnte das alles einfach so stehen lassen. Und habe mich kein bisschen aufgeregt oder geärgert. Das ging einfach nicht - keine Energie ;-) Und sobald es mir besser ging stellte ich fest, dass ich wieder genervt war von manchen Dingen. Nicht mehr ganz so entspannt. Als mir das aufgefallen ist, wurde mir auf einmal ein paar Dinge klar:

1. Widerstand kostet tatsächlich Energie: Sobald ich auch nur gegen eine winzige Kleinigkeit ankämpfe und es nicht einfach so sein lassen kann, brauche ich dafür Energie. Das heißt im Umkehr, wenn ich es schaffe das Leben komplett anzunehmen habe ich vermutlich unendlich Energie für all die Dinge, die ich tue.

2. Das Leben ist viel angenehmer, wenn ich mich dagegen wehre. Auch wenn Leia knatschig war - es hat mich nicht gestört. Ich habe es hingenommen und alles komplett akzeptiert. Das war so friedvoll! Kein Kampf, kein "aber" nichts. Wundervoll!

3. Ich kann es :-) Auch wenn ich noch Übung brauche um es jeden Tag umzusetzen, ich habe gemerkt, dass ich grundsätzlich dazu in der Lage bin das Leben mit allem was ist zu akzeptieren. Das finde ich sehr tröstlich zu wissen und es bestärkt mich, meinen Weg weiterzugehen.

...passiert das *für* mich? Das ist die Frage die wir uns stellen sollten. Die meisten Menschen fragen sich: "Warum passiert *mir* das?" Was ist der Unterschied? Nun - die zweite Variation bringt uns in eine Opferrolle. Ich armes Ding, was mir da nur wieder passiert. Mit der zweiten Fragen kommen wir aus der Passivität. Und das ermöglicht uns Einfluss zu nehmen. Das hört sich alles wieder einfach an. Und eigentlich ist es das auch. Das blöde ist nur - auch wenn wir *verstanden* haben, wie das gemeint ist (also wir können es irgendwie logisch erklären), heißt es nicht, dass wir es *begriffen* haben. Der Unterschied ist klein und fein. Bei mir hat es auch erst die Tage "klick" gemacht. Auf einmal habe ich begriffen, dass wirklich alles was mir bisher im Leben passiert ist dazu da war, mich etwas zu lehren. Mich weiterzubringen. Meinen Horizont zu erweitern. Mehr Mitgefühl zu entwickeln. Die Blickrichtung zu wechseln. Demütiger zu werden. Mehr an mich zu glauben. Die Liste ist endlos. Ich weiß nicht, was der Auslöser war, dass ich es endlich begriffen habe. Also nicht nur logisch vom Verstand, sondern wirklich mit dem Herzen. Und jetzt hilft mir diese Frage, mich von dem Geschehen zu distanzieren. Und dadurch offen zu werden für das was passiert und es annehmen zu können. Das klappt auch jetzt noch nicht immer, nicht sofort, und nicht perfekt. Doch es wird besser. Und mein Leben dadurch wieder etwas entspannter.

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