...schenke keine Beachtung. (If it isn't here and it isn't now pay no attention to it)

Das war das Thema, mit dem wir im letzten Monat in der Calm Community gespielt haben. Was ist damit gemeint?

Unsere Gedanken drehen sich entweder um die Vergangenheit oder die Zukunft. Wir denken darüber nach, was wir hätten anders machen können oder sollen. Oder wir planen die Zukunft, gehen im Geiste Gespräche durch, machen uns Sorgen, usw. Der Punkt ist, dass das alles nichts bringt :-) Wir grübeln, denken und planen - aber dann kommt es doch immer ganz anders. Ich habe noch _nie_ erlebt, dass ein Gesrpäch auch nur ansatzweise so gelaufen wäre, wie ich es vorher in Gedanken zurchgespielt hatte. Und manchmal habe ich richtig viel Zeit damit verbracht das vorher zu üben. Und Energie verbraucht. Und war gleichzeitig nicht in dem Moment der gerade passierte. Oder ich habe über Dinge nachgedacht, die ich vielleicht irgendwann entscheiden muss. Wenn das passiert, dann mache ich das usw. Auch das kam immer irgendwie anders. Und wir können Entscheidungen nicht erzwingen. Wenn ich es versuchte, ging das immer irgendwie schief (meine persönliche Erfahrung).

Egal was auch immer das Leben uns präsentiert, wir müssen immer nur dann agieren, wenn es passiert. Vorher geht ja auch gar nicht :-) Und wenn es vorbei ist, ist es vorbei. Punkt. Wenn wir also merken, dass wir wieder ganz verzweifelt über irgendetwas grübeln. Es lösen wollen. Eine Entscheidung erzwingen. Dann fragt euch "ist es genau hier und jetzt?" und ich meine nicht, dass ihr gerade darüber nachdenkt. Sondern ist in der aktuellen Situation, in der ihr euch gerade befindet (z.B. ihr sitzt abends auf dem Sofa und wollt eigentlich ein Buch lesen), irgendetwas das mit dem zu tun hat, was euch gerade durch den Kopf geht? Wenn nein (z.B. das Buch ist ein Krimi und kein Tapetenbuch, weil du die Küche renovieren möchtest), dann denke nicht mehr an die Tapeten sondern lese dein Buch. Putz das Bad und grüble nicht darüber, ob du den Job wechseln sollst. Geh spazieren und höre auf den Streit mit deinem Partner zum x-ten Mal im Geist zu wiederholen. Ich glaube, es ist klar :-)

Sanft wachsam Aufmerksamkeit weit offen

Das ist die Grundtechnik, die wir bei Mind Calm verwenden. Du schaust sanft gerade aus und fängst an, all das wahrzunehmen, was deine Augen schon die ganze Zeit gesehen haben, du aber durch deinen Fokus ausgeblendet hast.

Der Blick wird weicher und du nimmst vielleicht deine Oberschenkel war, abhängig davon wie du sitzt. Vermutlich etwas verschwommen, aber das ist egal. Wichtig ist, dass du deine Augen ruhig lässt. Versuche nicht nach oben, unten, links oder rechts zu schauen. Du sollst aber auch nicht angestrengt geradeaus starren.

Es gibt 3 goldene Regeln für SWAWO:

1. Spiele damit! Als Kinder haben wir einfach gespielt. Wir wussten, es gibt kein richtig oder falsch. Spiel ist einfach Spiel. Als Erwachsene haben wir oft vergessen wie das geht. Wir wollen es gleich beim ersten Mal richtig machen. Oder wir geben auf, wenn es nicht gleich so klappt, wie wir erwartet haben. Versuche es einfach immer wieder. Ohne Erwartungen.

2. Du kannst SWAWO nicht denken. Du kannst es nur tun. Sobald du denkst bist du schon nicht mehr im Augenblick.

3. Du kannst es nur JETZT tun. Vielleicht denkst du, ja - eigentlich sollte ich jetzt präsent sein. Aber ich mache es nach dem Gespräch. Es gibt keinen Grund es zu verschieben, weil du es sowieso nur JETZT tun kannst.

SWAWO dient dazu dich aus dem denken heraus und in den Moment zu holen. Wenn du den Blick weit werden lässt, dann ist zumindest für einen kleinen Moment dein Geist ruhig. Du denkst kurz nicht über die Vergangenheit oder die Zukunft nach. Vermutlich ist dieser Moment am Anfang sehr kurz. Und vielleicht nimmst du ihn gar nicht richtig war. Aber er ist da. Und dieser kurze Moment - immer wieder widerholt - reicht, dass du mehr Frieden in deinem Leben erfährst.

Dieser Punkt ist enorm wichtig. Mit Mind Calm wollen wir erreichen, dass wir in Frieden sind egal welche Gefühle gerade in uns (=unserem Körper) vorhanden sind.

Gefühle sind Energie. Und wir brauchen Energie um Dinge zu erschaffen, zu leben, zu heilen. Im Grunde gibt es keine negativen Gefühle. Das, was wir üblicherweise als "negative Gefühle" bezeichnen ist nur eine Bewertung, die wir übernommen haben. Wir haben sie übernommen, weil es uns nicht erlaubt war dieses Gefühl wirklich zu fühlen. Deswegen haben wir gelernt es zu unterdrücken. Aber so bleibt die Energie stecken. Kann nicht mehr fließen. Und wir haben weniger Energie um dieses Leben zu leben.

Darum - alles was ist zulassen. Ohne Bewertung. Und vielleicht kann das, was wir bisher als "Angst" bezeichnet haben sich auf einmal als "aufregende Lebensfreude" zeigen.

Meistens schließen wir die Augen um einzuschlafen. Manchmal auch, wenn wir uns aus dem Geschehen raus nehmen wollen. Wie schon in Teil 1 erklärt schließen wir bei der Meditation die Augen um aufzuwachen. Aufwachen um herauszufinden, wer wir wirklich sind - der weite endlose friedliche Himmel. Wir wollen jenseits aller Bewertungen und Einschränkungen des denkenden Geistes gehen um das Leben zu umarmen wie es ist. "Aufwachen" bedeutet unsere darunter liegende Natur zu erfahren und die Einheit mit der Quelle des Lebens zu erkennen.

Wenn du dich also das nächste Mal hinsetzt um zu meditieren, dann mit dem Ziel sanft wachsam zu sein. Ohne Anstrengung, sei einfach wachsam mit dem Blick geradeaus und weit offen. Du wirst nicht notwendigerweise etwas "sehen", sei trotzdem wachsam. Du wirst merken, dass - je sanfter wachsam du bist, desto mehr wird dein Geist zur Ruhe kommen und du wirst weniger ins unbewusste denken und fühlen abdriften.

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