Jeder Blog-Eintrag ist eine Gratwanderung. Denn ich versuche etwas zu beschreiben und in Worte zu fassen, wofür es keine Worte gibt. Und jede Beschreibung greift zu kurz. Man kann es nur erfahren. Aber woher weiß ich, dass ich dann auch wirklich das erlebt habe, was der andere mir beschrieben hat? Letztendlich gibt es dafür keine Garantie. Aber die Art und Weise wie man es dann selbst beschreibt, gibt einen sehr guten Hinweis.

Man kann es mit folgender Situation vergleichen:

Ich sehe am Himmel einen Heißluftballon und möchte den meiner kleinen Tochter zeigen. Sie hat vorher noch nie einen Heißluftballon gesehen. Wenn ich also sage "schau mal - ein Heißluftballon" dann wird sie erstmal überall hinschauen, weil sie keine Ahnung hat wovon ich rede. Also sage ich ihr, dass der am Himmel ist. Sie schaut also in Richtung Himmel. Sieht ihn aber immer noch nicht. Ich erkläre, dass das wie ein Luftballon ist nur viel größer und eben oben am Himmel. Ich sage welche Farbe er hat und zeige in die Richtung wo der Ballon ist. Vermutlich sieht sie ihn jetzt. Es kann auch passieren, dass sie mir dann beim spazieren gehen einen Heißluftballon zeigen möchte. Und wenn ich schaue sehe ich, dass sie zwar etwas großes, rundes am Himmel entdeckt hat - aber es ist kein Heißluftballon. Es sieht nur ähnlich aus. Also erkläre ich ihr den Unterschied. Beim nächsten Mal, wenn wir dann wieder einen Heißluftballon sehen geht das ganze schon schneller, da sie schon einmal das Erlebnis "Heißluftballon" hatte und sich vielleicht noch erinnert. Irgendwann habe ich ihr genug Heißluftballons gezeigt, dass ich sicher bin - sie weiß jetzt was ich meine, wenn ich von Heißluftballon spreche. Eines Tages haben wir dann die Gelegenheit einen Heißluftballon aus der Nähe zu betrachten. Ich zeige ihr den Korb, sie sieht wie der Brenner zündet und ich erkläre wie dadurch die Luft erwärmt wird. Nach so einem Erlebnis hat sie nochmal ein ganz anderes Verständnis von "Heißluftballon".

Genau so ist es, wenn ich von der Stille in uns spreche. Ich zeige in eine Richtung. Ich erkläre wie sich das anfühlt, was es bedeutet. Am Anfang weiß man aber gar nicht wovon ich eigentlich spreche. Es ist ein Konzept. Eine Idee. Und dann irgendwie und irgendwann kommt ein Erlebnis von Stille. Und dann kann man es mit eigenen Worten beschreiben. Und jetzt weiß man, was es ist. Beim nächsten Mal erkennt man es schon viel leichter. Und mit jedem Erlebnis versteht man es besser und es wird leichter.

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