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Heute ist mir mal wieder aufgefallen, wie sehr wir auf Ergebnisse fixiert sind und die Freude am Tun vergessen. Unsere Tochter saß bei uns im Büro auf dem Boden und malte. Mein Mann hat Rechnungen geschrieben und ich an einem Webinar teilgenommen. Als das erste Bild fertig war, reichte sie das Blatt meinem Mann und er fragte, was sie denn gemalt hätte. Ihre Antwort: „Irgendwas“. Ich musste daraufhin herzlich lachen. Das war so genial! Sie hat etwas gemalt. Warum müssen wir das immer definieren. Warum muss es „etwas“ sein? Sie malt einfach aus Freude am Malen. Ohne Ziel, ohne Leistungsdruck. Sie genießt einfach den Moment, den kreativen Prozess, ohne sich darum zu kümmern, ob es „toll“ ist. Ob es gut wird, ob wir darin etwas erkennen können.

Wir waren auch mal so. Wir haben das nur vergessen. Wir haben uns beigebracht (oder beibringen lassen), dass alles einen Sinn haben muss. Dass wir immer an das Ergebnis denken müssen, dass es ein Ziel geben muss. Damit schieben wir aber die Freude immer auf. Denn wenn etwas einen Sinn, Ergebnis oder ein Ziel hat, dann können wir erst zufrieden sein, wenn wir das finale Produkt vor uns haben und es mit dem abgeglichen haben, was wir uns vorgestellt haben. Dieser Vergleich geht dann auch noch selten zu unseren Gunsten aus. Irgendetwas finden wir immer, was wir kritisieren können.

Kinder finden ihre Gemälde, Bauwerke, Bastelarbeiten, usw. immer klasse. Weil es fertig ist. Das ist das einzige Kriterium, das sie haben. Sie vertiefen sich in den Schaffensprozess und an einem bestimmten Punkt beschließen sie – jetzt ist gut. Während der ganzen Zeit hatten sie Spaß und Freude. Das ist echte Lebenskunst. Lasst uns wieder mehr den Moment genießen und einfach irgendwas machen!

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