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Vor kurzen habe ich über meine Erfahrungen mit Meditation berichtet und dabei auch ein paar Mythen aufgeklärt. Mein Meditationslehrer hat eine Serie von Posts mit Mythen zur Meditation, die ich euch übersetzen werde.

Mythos Nr. 1: Meditation ist schwierig. – Wenn Meditation richtig praktiziert wird, kann sie das einfachste und genießbarste sein was du je tun wirst. Damit etwas schwierig ist, braucht es Aufwand, Anstrengung, Stress und Ausdauer. Für Meditation braucht es jedoch genau das Gegenteil. Kein Aufwand, weil du lernst wirklich nichts zu tun. Keine Anstrengung weil du nichts erzwingst. Kein Stress weil dein Ziel ist alles zuzulassen. Und keine Ausdauer da das Hauptziel von Meditation Entspannung ist!

Link zum Originalpost von Sandy

 

Da ich immer wieder davon spreche, dass mein Leben sich durch Meditation so verändert hat, möchte ich eine Bestandsaufnahme machen. Und die Chance nutzen gleichzeitig mit ein paar Mythen aufzuräumen.

1. Nein - ich bin nicht ständig gut gelaunt, schwebe dauerhaft auf Wolke 7 oder es passiert nichts "schlimmes" mehr in meinem Leben. Aber

  • insgesamt bin ich viel besser gelaunt. Ich bin positiver, meine schlechten Tage sind seltener, nicht mehr so "tief" wie früher und dauern viel kürzer
  • wenn ich mich aufrege geht es schneller vorüber und - es ist dann wirklich vorbei! Früher konnte ich noch Tage später über das gleiche Ereignis schimpfen und nochmal wütend werden
  • wenn etwas passiert bin ich gelassener und nehme es nicht mehr so persönlich. Was passiert passiert. Das kann ich nicht ändern. Aber meine Einstellung und Reaktion

2. Mein Leben ist wirklich nicht "perfekt", aber es läuft irgendwie runder.

  • wenn ich etwas erreichen möchte, muss ich trotzdem was tun und mich anstrengen. Nur brauche ich weniger Anläufe und Umwege. Es kommen mir viel häufiger gute Ideen.
  • wenn ich etwas verschusselt haben sind da auf einmal mir bisher unbekannte Menschen, die mir gerne aus der Patsche helfen
  • diese erstaunlichen Zufälle wo alles genauso zusammenkommt, dass es "perfekt" ist, sind viel häufiger geworden (eventuell spielt selektive Wahrnehmung eine Rolle, aber da wir uns die Welt eh selber im Kopf zusammenbasteln spielt das keine große Rolle)

3. Ich bin ein völlig normaler Mensch. Mit den gleichen Herausforderungen, die jede junge Familie in unserer modernen Welt hat.

  • nach einem langem Arbeitstag bin ich müde und habe keine Lust zum 20. Mal das gleiche Spiel mit meiner fast 3jährigen Tochter zu spielen
  • wenn die Katze morgens um 5 meint sie müsste mir ihre Spielmaus bringen, werde ich grantig und sie fliegt hochkant aus dem Schlafzimmer
  • wenn ich im Tran bin, vergesse ich, dass andere Autofahrer sich freuen, wenn man sie abbiegen lässt
  • Aber: Ich mache mich dafür nicht mehr fertig. Ich sage, dass ich genervt und müde bin. Ich stehe dazu, dass ich ungestört schlafen möchte. Und ich verzeihe mir, dass ich ein Mensch bin, der in Gedanken völlig woanders sein kann.

 

Wenn ich mal ein paar Tage meine Meditation vernachlässige (auch das kommt vor), merke ich das recht schnell. Und ändere es ebenso schnell wieder. Denn durch die regelmäßige Meditation bin ich gelassener, weniger gestresst, schlafe besser, bin höflicher und aufmerksamer. Dafür investiere ich gerne täglich mindestens 20 Minuten.

Heute bin ich zum zweiten Mal durch Unteröwisheim gelaufen und habe Flyer verteilt. Zusammen mit gestern macht es 6 Stunden und ca. 700 verteilte Flyer. Ungefähr nochmal so viel wartet noch auf mich. Irgendwann taten mir die Füße einfach nur noch weh. Da habe ich mich gefragt - warum tust du dir das eigentlich an? Na klar - ich hoffe natürlich, dass der oder die eine oder andere sich durch den Flyer entscheidet einen Kurs zu machen. Aber es ist mehr als nur das. Mein Leben hat sich in den letzten Jahren so sehr zum Guten verändert. Und einen sehr großen Anteil daran hat die Meditation. Durch meine Ausbildung zum Meditationslehrer habe ich jetzt die Möglichkeit, dass andere das auch erfahren können. Dass ich das teilen kann. Es gibt so viel mehr im Leben als die meisten denken. Das treibt mich an. Weiterzugeben was ich erfahren, erlebt und gelernt habe.

Gestern früh konnte ich eindrucksvoll beobachten wie sich in sekundenschnelle meine Gefühle mit meinen Gedanken verändert haben. Unsere Tochter hatte nachts leicht Fieber und so ein bisschen habe ich mir Sorgen gemacht. Bzw. während meiner Morgenmeditation kamen immer wieder sorgenvolle Gedanken. Und wenn ich diesen Gedanken folgte, fühlte ich mich ganz schlecht. Dann war ich wieder im Moment, alles neutral und dann kamen plötzlich Gedanken zu einer Fernsehserie, die wir den Abend zuvor geschaut hatten. Auf einmal war ich ganz fröhlich. Wieder im Moment. Wieder Gedanken über die kränkelnde Tocher. Schlechte Gefühle. Das ging fast die ganze Meditation so. Ich fand es sehr spannend :-) Es hat mir deutlich gemacht, wie Gefühle den Gedanken folgen.

Und was ich auch gemerkt habe, es waren "penetranten" Gedanken dabei. Also solche, bei denen es mir sehr schwer viel nicht zu folgen, im Moment zu bleiben oder zurückzukommen. Das waren auch die, bei denen ich mich am schlechtesten gefühlt habe. Wenn wir solche "besonderen" Gedanken habe, Gedanken, die immer wieder kommen und/oder immer wieder schlechte Gefühle erzeugen, dann ist das ein Hinweis, dass da mehr dahinter steckt. Für mich heißt das - bei der nächsten Supervision oder beim nächsten Co-Coaching mal schauen, was da gelöst werden möchte.

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