Es gibt da eine grundlegende Sache, die ich heute versuchen möchte zu erklären. Das mit dem "Klick". Bei mir ist es so, dass ich ganz vieles von dem was ich in den letzten Jahren gehört habe zu verstehen glaube. Es hört sich logisch an und fühlt sich richtig an. Und irgendwie habe ich das Gefühl, dass es tatsächlich nur so sein kann. Aber das Verständnis ist "nur" intellektuell. Es ist sozuagen nur im Kopf, aber nicht im Herz. Ein bisschen so wie "ja, bestimmt ist das so - außer bei mir! Ich bin die Ausnahme". Bis irgendwann ich etwas höre, lese oder einfach auch ohne das etwas bestimmtes war - beim Auto fahren zum Beispiel. Auf einmal macht es "klick" und ich verstehe wirklich was gemeint war. Ich verstehe, was es für mein Leben bedeutet. Und mit jedem dieser "klicks" wird mein Leben einfacher. Entspannter.

Was genau die "klicks" auslöst kann ich nicht sagen. Die Frequenz nimmt aber zu. In gleicher Weise wie ich mehr auf das Leben vertraue. Und mich mehr mit den Themen wie das Leben, die Welt und so funktioniert beschäftige. Ich denke auch, dass das regelmäßige meditieren seinen Anteil daran hat. Es ist auf jeden Fall ein großer Unterschied ob ich so einen "klick" hatte oder nicht. Wenn er da war, dann habe ich erfahren was es bedeutet. Ich kann Beispiele nennen. Und das macht es mir um vieles einfacher darüber zu reden. Es ist der Unterschied zwischen reiner Information und Verstehen. Interessanterweise hilft mir die reine Information auch schon weiter, aber der große Unterschied kommt mit dem Verstehen. Oder wie ich es auch noch sage: "Jetzt ist es vom Kopf ins Herz gerutscht".

Kennst du das auch? Hast du das schon erlebt? Was hat sich für dich geändert?

Wer kennt das nicht? Das Gefühl, dass man was falsch macht/gemacht hat. Mich begleitet das schon so lange, dass ich gar nicht sagen kann, wann es angefangen hat. Als Kind hatte ich es nicht, das weiß ich. Irgendwann hat es sich eingeschlichen. Das ging sogar so weit, dass ich Angst davor hatte Medikamente zu nehmen oder auch nicht zu nehmen. Jenachdem. Das war vermutlich vom Mond und den Sternen abhängig ;-) Und ich hatte jahrelang Angst, dass ich meine Wirbel kaputt gemacht habe, weil ich mal bei einer Atlasbehandlung war. Das hatte kurzfristig auch was gebracht, da es aber die Ursache nicht beseitigt hat (nicht immer ist der Atlas schuld) kamen die Probleme wieder. Und fast schlimmer als zuvor (die Ursache war Stress und der hatte sich nicht gebessert). Aktuell habe ich immer wieder Angst, dass ich mit meinem Erziehungsstil was falsch mache. Oder dass ich das mit der Selbstständigkeit lieber hätte lassen sollen. Oder oder oder.

Der Punkt ist: Es gibt kein richtig oder falsch. Das wird uns nur immer und immer und immer wieder erzählt. Das fängt ja schon ganz früh an, dass man Kindern sagt, sie sollen doch bitte richtig essen. Hm - das Essen ist im Bauch - ist das falslch? Und dass sie das Spiel falsch spielen - ja, nicht wie es in der Anleitung steht, aber Spaß haben wir alle und darum geht es doch beim spielen? Was in unserer Gesellschaft richtig ist, ist in einer anderen falsch. Wir dürfen Schwein essen. Chinesen essen Hunde und Katzen. Egal was wir tun, wir tun es, weil wir es in genau diesem Moment nicht besser wissen. Und mal ehrlich - hat schon irgendjemand eine Anleitung gefunden für dieses Spiel genannt "Leben"? Ich nicht. Das heißt, dass wir alles blind ausprobieren. Manchmal funktioniert was, manchmal nicht. Manchmal funktioniert das was gestern noch funktioniert hat nicht mehr. Manchmal wissen wir hinterher, dass es anders leichter gewesen wäre. Oder dass es eine sehr dumme Idee war. Ja - so ist es. Und wie heißt es? "Schlechte Ideen geben die beste Erinnerung". Na dann - viel Spaß :-)

Mit Sprache zu spielen macht mir moment wirklich Spaß. Heute hatte ich ein Aha-Erlebnis bei der Arbeit. Ich war frustriert wegen einer Software, mit der ich arbeite und sagte: "Diese Software ärgert mich". In dem Moment als ich es aussprach wurde mir klar, dass das nicht wahr war.

1. Ich war gar nicht wirklich verärgert. Im Grunde sagte ich das nur, weil das die Art der Kommunikation ist, die bei uns normal ist, wenn etwas nicht so funktioniert wie wir es wollen.

2. Keine Software der Welt kann mich ärgern. Ich kann nur Gedanken haben, die Ärger auslösen. Aber es ist meine Entscheidung, ob ich an diesen Gedanken kleben bleibe oder ob ich sie weiterziehen lasse.

Also - ich korrigierte mich selbst und sagte: "Naja - eigentlich ärgert sie mich nicht. Sie macht einfach nicht das, was ich will." Wow - der Unterschied war sofort spürbar für mich. Ich war sehr erleichtert und spürte die andere Engergie. Und dadurch konnte ich einfach konzentriert weiterarbeiten, erkannte das Problem und löste es. Wäre ich im "verärgert"-Modus geblieben, hätte es vermutlich viel länger gedauert. Ich hätte vor mich hingebruddelt. Vielleicht sogar Kollegen gezeigt, was das Tool wieder für einen Blödsinn macht. Und damit die ganze Situation nicht einen Schritt vorangebracht...

Heute ein etwas ernsteres Thema. Ich hatte das Glück an einem Meditations-Wochenend-Retreat teilzunehmen. Es war einfach fantastisch! Während einer der Meditationen hatte ich eine riesengroße Einsicht. Auf Grund dessen, wie wir mit unserer Sprache solche Ereignisse umschreiben, fühlte ich mich immer noch etwas schuldig wegen meiner ersten Schwangerschaft. Warum? Weil wir "Ich habe das Baby verloren" sagen. Auf eine bestimmte Art impliziert dieser Satz, dass es meine Schuld ist. Weil ich nicht genug aufgepasst habe. So wie man den Autoschlüssel verliert, weil man ihn nicht ordentlich in der Tasche verstaut hat. Oder du deinen Schirm verschusselst. Aber das ist so überhaupt gar nicht wahr! Warumauchimmer sollte es zu diesem Zeitpunkt nicht sein. Solche Dinge passieren eben einfach. Es ist so traurig, wenn man ein Baby verliert - egal welche Woche. Und dass dann die Sprache das ganze irgendwie noch schlimmer macht, hilft überhaupt nicht. Für mich war es wirklich eine Erleichterung zu erkennen, dass das nur Worte sind. Und sie nichts zu bedeuten haben. Denn auf eine ganz subtile Art fühlte ich die Bedeutung der Worte, wenn ich über die Fehlgeburt sprach (dieses Wort finde ich auch nicht wirklich besser). Also - das wollte ich teilen. Nur für den Fall, dass jemand genauso empfindet...

NEWSLETTER