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Heute möchte ich einen Link zu einem Tedx Talk von Robert Holden teilen. Es geht um Tee. Und um mehr. Das Video ist leider nur in Englisch ohne Untertitel verfügbar. Wessen Englisch aber gut genug ist, sollte es sich unbedingt anschauen!

In seiner Rede philosophiert Robert über das "mehr" in unserer Gesellschaft. Um das zu illustrieren nimmt er den Tee als Beispiel (er ist Brite). Früher war es ganz einfach. Wenn man Besuch bekam fragte man, ob derjenige eine Tasse Tee möchte und die Antwort war ja oder nein. Denn im Grunde gabe es nur zwei Sorten. Einen starken Tee für den Morgen. Und einen sanfteren für den Nachmittag. Es gab noch ein paar andere Sorten, aber die waren nicht so wichtig. Und dann fing es an, dass es Kräutertees gab. Und dann Kräuterteemischungen. Und dann Yogi-Tees. Und Tees zur Entspannung, zum Abnehmen, für die Knie, für gute Laune,... Und wenn man heutzutage jemanden fragt, ob er eine Tasse Tee möchte, dann heißt es "was hast du denn da?"

Das dumme an der Sache ist - obwohl wir jetzt zwischen so vielen Tees wählen können sind wir trotzdem nicht glücklich. Nicht glücklicher. Woran liegt das? Diese ganze Auswahl an Dingen - sei es jetzt Tee, Joghurt oder unsere Urlaubsorte hat uns zu Konsumenten gemacht. Wir sind aber viel mehr als Konsumenten. Wir sind spirituelle Wesen. Und wenn wir uns auf das zurückbesinnen, was wir wirklich sind, merken wir, dass wir gar nicht so viel Tee brauchen. Alles ist genau richtig so wie es ist. Das einzige, was es vielleicht mehr braucht ist: Mehr unseres wirklichen Selbst.

Vor wirklich ewiger Zeit hatte ich einem Kollegen etwas geliehen. Zum damaligen Zeitpunkt wollte ich es nicht mehr haben, aber zum wegwerfen war es mir zu schade. Wie es die Zeit so will, war mir der Gegenstand eingefallen und ich dachte mir, dass es doch ganz nett wäre ihn wieder zu haben. Als mir der Kollege zufällig über den Weg lief, sprach ich ihn darauf an. Er war etwas überrascht, dass ich danach fragte und gestand mir, dass er den Gegenstand beim Umzug in sein neues Haus entsorgt hatte. Sofort spürte ich Ärger in mir hochsteigen, den ich aber für mich behielt. Der Kollege meinte nämlich, dass der Gegenstand defekt gewesen sei. Ich behielt die Kontrolle über meine Gefühle und wir gingen unseres Weges. Aber in mir brodelte es. Und ich versuchte es mir schön zu reden. Dass es doch keinen Grund gäbe, dass ich mich aufrege. Das Ding wäre jetzt eh total veraltet, usw. usf. Erst Stunden später wurde mir bewusst, dass ich versuchte die Wut zu unterdrücken. Und es wurde mir klar, dass es okay war, dass ich ärgerlich war. Der Kollege hatte ohne Rückfrage etwas weggeworfen, das ihm nicht gehörte! Und kaum, dass ich mir erlaubte die Wut zu spüren rauschte sie durch mich hindurch und war verschwunden. Ich musste lachen und war dann wirklich froh, dass der Kollege den Gegenstand entsorgt hatte. Denn ich wäre nicht dazu in der Lage gewesen. Egal ob defekt oder nicht. Ich hätte versucht ihn zu reparieren, weil er nämlich mal ein Geschenk war.

In "Frieden mit Gefühlen" hatte ich schon geschrieben, dass es bei Mind Calm darum geht, dass wir lernen alle Gefühle anzunehmen. Das kann aber manchmal schwierig sein, weil unser Verstand so schnell reagiert, dass wir gar nicht wahrnehmen, wie wir die Gefühle wegdrücken. Und diese Episode hat mir gezeigt wie schnell das geht, dass wir uns ein Gefühl nicht erlauben. Vorallem Wut und Ärger. Versucht mal darauf zu achten. Wut und Ärger ist erstmal nichts schlimmes. Es zeigt lediglich an, dass eine Grenze überschritten wurde. Wie wir dann damit umgehen - darauf kommt es an.

 

Oft gehört und doch ist es nicht so einfach - "nur wenn ich mich selbst liebe, kann ich auch andere so annehmen, wie sie sind". Und vielleicht denke ich sogar, dass ich mich selbst lieben. Ganz logisch betrachtet ist das doch auch einfach. Ich "weiß" doch, dass cih ein wertvoller Menschen bin. Dass ich viel kann, geleistet habe usw. Manchmal ist es aber so, dass das ganz tief vergraben ist. Vom Verstand her halte ich mich für wertvoll.

Aber da gibt es diese leise Stimme... Und das führt dazu, dass ich in anderen Menschen das ablehne oder mich das nervt, was ich auch in an mir selbst ablehne. Ich reagiere gereizt, will dass der andere sich ändert, dass er mir doch endlich zeigt, wie sehr er mich liebt. Das ist ein Symptom, dass ich mich nicht komplett liebe.

Das andere Symptom ist - wie rede ich mit mir selbst? Achte mal darauf, wie du reagierst, wenn dir etwas misglückt. z.B. wenn dir etwas runterfällt. Beschimpfst du dich? Oder zuckst du innerlich mit den Schultern. Wie beurteilst du deinen Körper? Bist du missmutig, weil du krank bist? Oder weil er nicht so aussieht wie du es gerne hättest? Ganz oft ist man zu sich selber ziemlich gemein. So gemein wäre man nie zu jemand anderen. Und dann behaupten wir, dass wir uns selbst lieben? Wohl kaum... ;-)

Und was kann ich für mehr Selbstliebe tun? Klar - regelmäßig meditieren hilft. Zum einen hilft es mehr Abstand von allem zu gewinnen außerdem löst es Stress auf. Gezielt an Themen arbeiten ist auch eine gute Möglichkeit. Und ein bisschen auf die Gedanken achten. Und aufhören, sich selbst zu beschimpfen. Das klappt nicht gleich und nicht immer. Aber auch hier gilt - Übung macht den Meister :-)

...schenke keine Beachtung. (If it isn't here and it isn't now pay no attention to it)

Das war das Thema, mit dem wir im letzten Monat in der Calm Community gespielt haben. Was ist damit gemeint?

Unsere Gedanken drehen sich entweder um die Vergangenheit oder die Zukunft. Wir denken darüber nach, was wir hätten anders machen können oder sollen. Oder wir planen die Zukunft, gehen im Geiste Gespräche durch, machen uns Sorgen, usw. Der Punkt ist, dass das alles nichts bringt :-) Wir grübeln, denken und planen - aber dann kommt es doch immer ganz anders. Ich habe noch _nie_ erlebt, dass ein Gesrpäch auch nur ansatzweise so gelaufen wäre, wie ich es vorher in Gedanken zurchgespielt hatte. Und manchmal habe ich richtig viel Zeit damit verbracht das vorher zu üben. Und Energie verbraucht. Und war gleichzeitig nicht in dem Moment der gerade passierte. Oder ich habe über Dinge nachgedacht, die ich vielleicht irgendwann entscheiden muss. Wenn das passiert, dann mache ich das usw. Auch das kam immer irgendwie anders. Und wir können Entscheidungen nicht erzwingen. Wenn ich es versuchte, ging das immer irgendwie schief (meine persönliche Erfahrung).

Egal was auch immer das Leben uns präsentiert, wir müssen immer nur dann agieren, wenn es passiert. Vorher geht ja auch gar nicht :-) Und wenn es vorbei ist, ist es vorbei. Punkt. Wenn wir also merken, dass wir wieder ganz verzweifelt über irgendetwas grübeln. Es lösen wollen. Eine Entscheidung erzwingen. Dann fragt euch "ist es genau hier und jetzt?" und ich meine nicht, dass ihr gerade darüber nachdenkt. Sondern ist in der aktuellen Situation, in der ihr euch gerade befindet (z.B. ihr sitzt abends auf dem Sofa und wollt eigentlich ein Buch lesen), irgendetwas das mit dem zu tun hat, was euch gerade durch den Kopf geht? Wenn nein (z.B. das Buch ist ein Krimi und kein Tapetenbuch, weil du die Küche renovieren möchtest), dann denke nicht mehr an die Tapeten sondern lese dein Buch. Putz das Bad und grüble nicht darüber, ob du den Job wechseln sollst. Geh spazieren und höre auf den Streit mit deinem Partner zum x-ten Mal im Geist zu wiederholen. Ich glaube, es ist klar :-)

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